Finanz-Wiki
Inflation
Inflation bezeichnet den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus, durch den Geld an Kaufkraft verliert.
Werbung: Verlinkte Vergleiche können vergütete Partnerlinks enthalten. Keine Anlageberatung.
Was bedeutet Inflation?
Inflation ist der allgemeine und anhaltende Anstieg des Preisniveaus in einer Volkswirtschaft. Steigen die Preise auf breiter Front, kann man sich für denselben Geldbetrag weniger kaufen: Das Geld verliert an Kaufkraft. Einzelne Preiserhöhungen, etwa bei einem bestimmten Produkt, sind noch keine Inflation; entscheidend ist die Entwicklung über viele Güter und Dienstleistungen hinweg.
Gemessen wird die Teuerung in Deutschland über den Verbraucherpreisindex, den das Statistische Bundesamt berechnet. Grundlage ist ein Warenkorb, der die typischen Ausgaben privater Haushalte abbildet, von Lebensmitteln über Miete und Energie bis zu Freizeit. Die Veränderung dieses Index gegenüber dem Vorjahr ergibt die Inflationsrate.
Das Gegenteil, ein allgemein sinkendes Preisniveau, heißt Deflation. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig ein niedriges, stabiles Inflationsniveau an und steuert dazu unter anderem die Leitzinsen.
Inflation in der Praxis
Für Sparer ist Inflation die stille Gegenspielerin des Zinses: Liegt die Teuerung über dem Zinssatz auf dem Konto, schrumpft die Kaufkraft des Ersparten trotz nominaler Zinsgutschrift. Entscheidend ist deshalb der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation.
Ein Beispiel: Wer Guthaben auf einem unverzinsten Konto liegen lässt, kann sich nach Jahren mit spürbarer Teuerung davon deutlich weniger leisten, auch wenn der Betrag unverändert ist. Dieses bedeutet: Nicht der Kontostand ist die relevante Größe, sondern das, was man sich davon noch leisten kann.
Worauf sollte man achten?
Ein unveränderter Kontostand fühlt sich nach Sicherheit an – liegt die Teuerung über dem Zins, verliert das Ersparte trotzdem real an Wert, im schlimmsten Fall schrumpft die Kaufkraft unverzinster Rücklagen über viele Jahre unbemerkt. Zinsangebote sollte man deshalb regelmäßig vergleichen, damit der Abstand zwischen Zins und Teuerung möglichst klein bleibt; einen Überblick geben unsere Vergleiche zum Sparen. Für langfristige Ziele kann breit gestreutes Investieren, etwa über Indexfonds, helfen, Kaufkraft zu erhalten, allerdings verbunden mit Schwankungs- und Verlustrisiken.
Vorsicht ist bei Produkten geboten, die als „Inflationsschutz" beworben werden: Keine Anlageklasse schützt verlässlich in jeder Marktphase. Als Anleger kann ich zudem nicht einfach vom amtlichen Durchschnitt auf mich schließen: Die persönliche Teuerung hängt vom eigenen Konsumverhalten ab.