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bitcoin.de: Handel pausiert wegen fehlender MiCAR-Lizenz

Der Handelsplatz bitcoin.de steht seit Monaten still. Der Vorstand verweist auf die langsame Bearbeitung durch die Aufsichtsbehörden trotz fertiger Technik.

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Quelle: CryptoTicker

Die Bitcoin Group SE teilt in ihrem Halbjahresbericht vom 29. September 2026 mit, dass der Kryptohandel auf bitcoin.de vorübergehend nicht möglich ist. Seit Ende Juni 2026 wartet der Marktplatz auf die notwendige Zulassung nach der europäischen MiCAR-Verordnung. Technik und neue Plattform sind laut Unternehmen bereits einsatzbereit, ein konkreter Starttermin bleibt jedoch offen.

Was bedeutet der Ausfall konkret für Anleger?

Kurz um: Kunden können aktuell keine Geschäfte tätigen, selbst wenn sie ein bestehendes Konto besitzen. Das Unternehmen führt dies darauf zurück, dass die behördliche Entscheidung nicht in dessen Einflussbereich liegt. Der Vorstandsvorsitzende Moritz Eckert erklärt, die wesentlichen internen Voraussetzungen seien geschaffen worden, der Rest hängt von der Aufsichtsbehörde ab.

Zwar ist bitcoin.de ein Kreditinstitut mit Banklizenz, doch für das Anbieten von Krypto-Dienstleistungen bedarf es einer gesonderten Erlaubnis. Da Deutschland die Übergangsfrist kürzer bemessen hat als die EU-Richtlinie vorsieht, läuft die gesetzliche Duldung bereits seit Januar 2026 aus. Die BaFin entscheidet über den Zulassungszeitpunkt, ein Unternehmen kann diesen nicht selbst bestimmen.

Dieses ist für den Anleger relevant: Ein Stillstand ohne Enddatum sorgt für Ungewissheit. Im schlimmsten Fall müssen Bestandskunden bis zur Klärung auf eine Handelsmöglichkeit verzichten, da die Plattform technisch zwar fertiggestellt, aber rechtlich noch blockiert ist.

Die Finanzdaten der ersten sechs Monate zeigen zudem ein deutliches Ergebnis im Minus. Nach dem Rückgang der Umsätze um rund 58 Prozent verzeichnete die Gruppe einen negativen EBITDA von minus 3,25 Millionen Euro. Bei einer Eigenkapitalquote von 71,8 Prozent und liquiden Mitteln von lediglich 3,9 Millionen Euro ist der hohe Krypto-Eigenbestand von 199 Millionen Euro die dominierende Position im Bilanzen.

Das Modell ändert sich grundlegend: Statt Peer-to-Peer-Handel wird nun ein klassisches Broker-Modell verfolgt. Der Anleger handelt demnach nicht mehr gegen andere Privatpersonen, sondern gegen die Liquidität des Hauses. Dieser Wandel hin zu einer moderneren Infrastruktur ist zwar geplant, wird aber durch die regulatorische Hürde derzeit verhindert.

Kryptowerte sind hochvolatil, ein Totalverlust möglich und es gibt keine gesetzliche Einlagensicherung.

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