Tagesgeld und Festgeld

Festgeld vergleichen

Festgeld bietet feste Zinsen über eine feste Laufzeit. Wie man die passende Laufzeit wählt und worauf bei ausländischen Banken zu achten ist.

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Festgeld richtet sich eher an Anleger, die auf planbare Laufzeiten und feste Zinsen setzen.Symbolbild – KI-generiert
Festgeld richtet sich an Sparer, die auf planbare Laufzeiten und feste Zinsen setzen.
Die Laufzeit sollte immer zum Zweck des Geldes passen – nicht jeder höhere Zins ist automatisch besser.Symbolbild – KI-generiert
Die Laufzeit sollte zum Zweck des Geldes passen – nicht jeder höhere Zins ist automatisch besser.
WichtigKein Zugriff während der Laufzeit
SicherungGesetzlich 100.000 € je Bank und Kunde
StrategieZinstreppe über mehrere Laufzeiten

Aktuelle EZB-Leitzinsen

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Quelle: Europäische Zentralbank (offizielle Daten-API), zwischengespeichert. Die Leitzinsen prägen das Niveau der Festgeldangebote.

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Festgeld ist das Gegenstück zum täglich verfügbaren Tagesgeld: Man legt einen Betrag für eine feste Laufzeit an – üblich sind Zeiträume zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren – und erhält dafür einen Zinssatz, der über die gesamte Laufzeit garantiert ist. Was die Bank zusagt, kann sie später nicht senken. Der Preis für diese Planbarkeit: Auf das Geld gibt es während der Laufzeit in aller Regel keinen Zugriff. Die wichtigste Entscheidung ist deshalb nicht der Anbieter, sondern die Laufzeit.

Für wen eignet sich Festgeld?

Festgeld passt zu Sparern mit planbarem Horizont: Das Geld ist vorhanden, der Verwendungszeitpunkt liegt erkennbar in der Zukunft – etwa der Autokauf in zwei Jahren oder eine Ausgabe, deren Termin bereits feststeht. Wer dagegen nicht weiß, wann er an sein Geld muss, ist mit Tagesgeld besser bedient, auch wenn der Zinssatz dort variabel ist. Der Notgroschen gehört grundsätzlich nicht ins Festgeld; wie sich Reserve und Sparziele sauber trennen lassen, erklärt der Überblick zum Sparen. Für sehr lange Horizonte jenseits von fünf bis zehn Jahren stellt sich zudem die Frage, ob nicht renditestärkere Formen des Investierens in Betracht kommen – mit entsprechend höheren Schwankungsrisiken.

Wie wählt man die richtige Laufzeit?

„Ich nehme einfach die längste Laufzeit, da gibt es die höchsten Zinsen“ – das klingt auf den ersten Blick sinnvoll und einleuchtend, ist aber meist falsch. Die Laufzeit sollte sich am Verwendungszweck orientieren, nicht am höchsten Zinssatz. Wird das Geld in 18 Monaten gebraucht, ist eine Anlage über drei Jahre die falsche Wahl – selbst wenn sie besser verzinst wird. Eine vorzeitige Kündigung ist bei den meisten Angeboten nicht vorgesehen; wo sie ausnahmsweise möglich ist, kostet sie den Zinsertrag ganz oder teilweise. Im schlimmsten Fall steht man vor einer unerwarteten Ausgabe, kommt nicht an das gebundene Geld heran und muss den Engpass über einen teuren Dispo überbrücken. Vorab sollte man deshalb drei Fragen klären:

● Wann wird das Geld sicher gebraucht?
● Bleibt daneben eine flexible Reserve bestehen?
● Was passiert, wenn sich der Plan ändert?

Wer diese Fragen nicht klar beantworten kann, wählt lieber eine kürzere Laufzeit oder teilt den Betrag auf jeden Fall auf.

Was bringt eine Zinstreppe?

Bei der Zinstreppe – auch Leiter-Strategie genannt – wird der Anlagebetrag auf mehrere Laufzeiten verteilt statt komplett auf eine. Nehmen wir ein Beispiel mit runden Zahlen: 30.000 Euro fließen zu je 10.000 Euro in Festgelder über ein, zwei und drei Jahre. Das bedeutet: Jedes Jahr wird eine Tranche frei und kann zum dann gültigen Zinssatz neu angelegt werden – im Bild der Treppe rückt sie ans obere Ende nach. Dieses hat zwei Effekte: Zum Einen ist man nie mit dem gesamten Betrag an das Zinsniveau eines einzigen Abschlusstags gebunden, zum Anderen wird regelmäßig Geld frei, falls sich der Bedarf ändert. Die Strategie glättet damit das Risiko, ausgerechnet zu einem ungünstigen Zeitpunkt alles festgelegt zu haben.

Wie sicher ist Festgeld – auch bei ausländischen Banken?

Innerhalb der EU sind Einlagen gesetzlich bis 100.000 Euro je Bank und Kunde geschützt. Größere Beträge verteilt man deshalb auf mehrere Institute. Viele attraktive Festgeldangebote stammen von ausländischen Banken und werden über Vermittlungsplattformen zugänglich gemacht. Das ist grundsätzlich legitim, verlangt aber einen zusätzlichen Blick: Zuständig ist die Einlagensicherung des Herkunftslands der Bank, nicht die deutsche. Dieses bedeutet: Im Entschädigungsfall läuft die Abwicklung über die dortige Einrichtung – gegebenenfalls in anderer Sprache und mit anderen Abläufen. Als Sparer will ich vor dem Abschluss deshalb wissen, in welchem Land die Bank ihren Sitz hat, welches Sicherungssystem gilt und wie die Plattform die Abwicklung im Ernstfall beschreibt.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Zum Laufzeitende wird das Guthaben samt Zinsen fällig. Wichtig ist, die Bedingungen für diesen Moment vorab zu kennen: Manche Banken überweisen automatisch auf das Referenzkonto, andere legen das Geld ohne Widerspruch erneut an – oft zu den dann gültigen, mitunter schlechteren Konditionen. Wer eine solche automatische Verlängerung nicht möchte, notiert sich das Laufzeitende und widerspricht rechtzeitig innerhalb der genannten Frist. Auch steuerlich lohnt Aufmerksamkeit: Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer, bleiben aber bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag vorliegt. Bei mehrjährigen Anlagen kommt es darauf an, in welchem Jahr die Zinsen gutgeschrieben werden – fließen sie gesammelt am Ende, kann der Pauschbetrag eines einzelnen Jahres überschritten werden.

Kurz um: Festgeld belohnt Planbarkeit. Wer die Laufzeit am tatsächlichen Bedarf ausrichtet, größere Beträge über eine Zinstreppe und mehrere Banken verteilt und die automatische Verlängerung im Blick behält, holt aus der festen Anlage das Beste heraus – ohne sich die Flexibilität komplett zu nehmen.

Beispielrechner: Festgeld-Ertrag berechnen

Betrag, Zins und Laufzeit anpassen – so sieht man, was am Ende der Laufzeit herauskommt.

Beispielrechnung mit frei wählbaren Werten, vor Steuern. Aktions- und Bestandszins können abweichen.

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Häufige Fragen zu Festgeld

Kommt man vorzeitig an sein Festgeld?

In der Regel nicht: Das Kapital ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden, eine vorzeitige Kündigung ist bei den meisten Angeboten ausgeschlossen oder kostet den Zinsertrag. Deshalb sollte nur Geld fest angelegt werden, das während der Laufzeit sicher nicht gebraucht wird – die flexible Reserve bleibt besser auf dem Tagesgeldkonto.

Welche Laufzeit ist sinnvoll?

Die Laufzeit sollte sich am Verwendungszeitpunkt des Geldes orientieren, nicht am höchsten Zinssatz. Wenn du unsicher bist, wähle kürzere Laufzeiten oder verteile den Betrag über eine Zinstreppe auf mehrere Fälligkeiten – so wird regelmäßig ein Teil frei und kann neu angelegt oder verwendet werden.

Sind Festgeldangebote ausländischer Banken sicher?

Innerhalb der EU gilt auch dort die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Bank und Kunde – zuständig ist allerdings das Sicherungssystem des Herkunftslands der Bank. Vor dem Abschluss über eine Plattform sollte man deshalb prüfen, wo die Bank ihren Sitz hat und wie die Entschädigung im Ernstfall abläuft.

Was ist eine Zinstreppe?

Bei der Zinstreppe wird der Anlagebetrag auf mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilt, etwa über ein, zwei und drei Jahre. Jedes Jahr wird eine Tranche fällig und kann zum aktuellen Zinsniveau neu angelegt werden. Das verringert das Risiko, den gesamten Betrag zu einem ungünstigen Zeitpunkt gebunden zu haben.