Banklexikon
Sparen-Lexikon: Tagesgeld und Festgeld verständlich erklärt
Die wichtigsten Begriffe rund um Tagesgeld und Festgeld: von Aktionszins über Einlagensicherung bis Zinstreppe – kompakt und verständlich erklärt.
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Tagesgeld und Festgeld gelten als einfache Sparformen – ganz ohne Kleingedrucktes kommen aber auch sie nicht aus. Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe rund um Zinsen, Sicherheit und Steuern in kurzen Definitionen. Bevor man ein Angebot annimmt, sollte man vor allem Aktionszins und Bestandszins auseinanderhalten können; die übrigen Begriffe helfen, Sparangebote nüchtern zu bewerten und zu vergleichen.
Produkte und Zinsen
- Tagesgeld
- Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Sparkonto ohne feste Laufzeit, über dessen Guthaben jederzeit verfügt werden kann. Der Zinssatz ist variabel und kann von der Bank angepasst werden; aktuelle Konditionen zeigt der Tagesgeld-Vergleich.
- Festgeld
- Beim Festgeld wird ein Betrag für eine feste Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz angelegt. Während der Laufzeit ist das Geld in der Regel nicht verfügbar; Laufzeiten und Zinsen lassen sich im Festgeld-Vergleich gegenüberstellen.
- Aktionszins (Neukundenzins)
- Ein Aktionszins ist ein erhöhter Zinssatz, den Banken Neukunden meist nur für einen begrenzten Zeitraum oder bis zu einer bestimmten Anlagesumme bieten. Nach Ablauf der Aktion gilt der oft deutlich niedrigere Bestandszins, weshalb sich ein Blick auf beide Sätze lohnt.
- Bestandszins
- Der Bestandszins ist der reguläre Zinssatz, den Bestandskunden nach Ende einer Zinsaktion erhalten. Er entscheidet darüber, wie attraktiv ein Tagesgeldkonto auf Dauer wirklich ist.
- Zinseszins
- Zinseszins entsteht, wenn gutgeschriebene Zinsen mitverzinst werden und das Guthaben dadurch schneller wächst. Je häufiger die Zinsgutschrift erfolgt, desto stärker wirkt dieser Effekt über die Zeit.
- Nominalzins vs. Realzins
- Der Nominalzins ist der von der Bank ausgewiesene Zinssatz, der Realzins ist der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate. Liegt die Inflation über dem Nominalzins, verliert das Ersparte trotz Zinsgutschrift real an Kaufkraft.
- Inflation
- Inflation bezeichnet den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus, durch den Geld an Kaufkraft verliert. Für Sparer ist sie die zentrale Vergleichsgröße, an der sich Spar- und Anlagezinsen messen lassen müssen.
Sicherheit
- Einlagensicherung
- Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben auf Konten bis zu 100.000 Euro je Bank und Kunde, in der gesamten EU nach einheitlichen Regeln. Viele deutsche Banken sichern darüber hinaus freiwillig höhere Beträge über zusätzliche Sicherungseinrichtungen ab.
- Sicherungssystem des Herkunftslands
- Bei Auslandsbanken, deren Angebote etwa über Zinsplattformen vermittelt werden, greift die Einlagensicherung des Landes, in dem die Bank ihren Sitz hat. Vor der Anlage lohnt daher ein Blick darauf, welches nationale Sicherungssystem zuständig ist und in welcher Währung entschädigt wird.
- Referenzkonto
- Das Referenzkonto ist das Girokonto, das mit einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto verknüpft wird. Ein- und Auszahlungen laufen ausschließlich über dieses Konto, was die Sicherheit gegen unbefugte Verfügungen erhöht.
Steuern
- Sparerpauschbetrag
- Der Sparerpauschbetrag stellt Kapitalerträge bis 1.000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei. Erst Zinsen, Dividenden und Kursgewinne oberhalb dieser Grenze werden besteuert.
- Freistellungsauftrag
- Mit einem Freistellungsauftrag weist der Sparer seine Bank an, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags ohne Steuerabzug auszuzahlen. Der Betrag kann auf mehrere Banken aufgeteilt werden, darf in Summe aber den Pauschbetrag nicht überschreiten.
- Abgeltungsteuer
- Die Abgeltungsteuer ist eine pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Inländische Banken führen sie direkt an das Finanzamt ab, soweit kein Freistellungsauftrag greift.
- Quellensteuer
- Quellensteuer ist eine Steuer, die ein ausländischer Staat direkt auf dort erzielte Zinsen oder Dividenden einbehält. Je nach Doppelbesteuerungsabkommen lässt sie sich ganz oder teilweise auf die deutsche Steuer anrechnen oder zurückfordern; manche Länder erheben auf Zinsen keine Quellensteuer.
Strategie und Laufzeiten
- Prolongation
- Prolongation bezeichnet die automatische Verlängerung einer Festgeldanlage nach Laufzeitende, meist zu den dann gültigen und oft schlechteren Konditionen. Dieses bedeutet: Wer nicht rechtzeitig widerspricht, ist im schlimmsten Fall erneut für Jahre gebunden. Kündigungs- und Wiederanlageregeln sollte man deshalb im Blick behalten.
- Zinstreppe (Laufzeitleiter)
- Bei einer Zinstreppe wird der Sparbetrag auf mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilt. So wird regelmäßig ein Teil des Geldes frei und kann zum dann aktuellen Zinsniveau neu angelegt werden, was Flexibilität und Zinschancen verbindet.
- Verfügbarkeit und Kündigungsfrist
- Die Verfügbarkeit beschreibt, wie schnell angelegtes Geld wieder zugänglich ist. Tagesgeld ist täglich verfügbar, Festgeld erst zum Laufzeitende; bei manchen Sparprodukten gelten zusätzlich vertragliche Kündigungsfristen, die vor der Anlage geprüft werden sollten.
- Notgroschen
- Der Notgroschen ist eine Geldreserve für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen oder Einkommensausfälle. Üblich ist eine Reserve von mehreren Monatsausgaben, die wegen der täglichen Verfügbarkeit meist auf einem Tagesgeldkonto geparkt wird.