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Bestandszins

Der Bestandszins ist der reguläre Zinssatz, den eine Bank Bestandskunden zahlt, nachdem befristete Aktionsangebote ausgelaufen sind.

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Was bedeutet Bestandszins?

Der Bestandszins bezeichnet die laufende, nicht befristete Verzinsung, die eine Bank ihren bestehenden Kunden auf Einlagen wie Tagesgeld gewährt. Er steht im Gegensatz zum Aktionszins, den viele Institute Neukunden für einen begrenzten Zeitraum bieten. Nach dem Ende der Aktionsphase wird das Guthaben automatisch zum Bestandszins weiterverzinst.

Anders als beim Festgeld ist der Bestandszins beim Tagesgeld variabel: Die Bank kann ihn jederzeit an die Marktlage anpassen, nach oben wie nach unten. Über Änderungen informieren die Institute in der Regel per Mitteilung im Postfach des Online-Bankings oder auf ihrer Website.

Für die langfristige Rendite eines Tagesgeldkontos ist der Bestandszins wichtiger als der Aktionszins, denn er gilt für die gesamte Zeit nach der Aktionsphase und damit meist für den weitaus größeren Teil der Anlagedauer.

Bestandszins in der Praxis

Nehmen wir ein generisches Beispiel ohne Bezug zu aktuellen Konditionen: Bank A wirbt mit einem Aktionszins von beispielhaft 3,5 Prozent für vier Monate, zahlt danach aber nur 0,5 Prozent Bestandszins. Bank B bietet durchgehend 2 Prozent. Bei 10.000 Euro über zwölf Monate ergibt Bank A rund 117 Euro plus etwa 33 Euro, zusammen etwa 150 Euro. Bank B kommt auf rund 200 Euro. Das bedeutet: Trotz des höheren Aktionszinses schneidet Bank A im Beispiel schlechter ab. Als Sparer kann ich diese Vergleichsrechnung in wenigen Minuten selbst aufstellen.

Worauf sollte man achten?

Beim Vergleich von Tagesgeldangeboten sollte man Aktions- und Bestandszins immer gemeinsam betrachten und überschlagen, was über zwölf Monate tatsächlich zusammenkommt. Die große Zahl in der Werbung wird gern für das ganze Angebot gehalten; tatsächlich entscheidet der unscheinbare Bestandszins über den größten Teil des Ertrags. Ein guter Tagesgeld-Vergleich weist beide Sätze getrennt aus.

Da der Bestandszins variabel ist, lohnt es sich, die eigene Bank regelmäßig zu überprüfen. Senkt sie den Satz deutlich, während andere Institute besser zahlen, kann ein Wechsel sinnvoll sein; im schlimmsten Fall liegt das Guthaben sonst jahrelang nahezu unverzinst. Tagesgeld ist täglich verfügbar, ein Umzug des Guthabens ist also ohne Kündigungsfrist möglich. Dieses bedeutet auch: Wer Wechselaufwand scheut, findet mit einem soliden, dauerhaft fairen Bestandszins oft die bequemere Lösung als mit ständigem Zinshopping.