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Realzins

Der Realzins ist der Zinsertrag nach Abzug der Inflation und zeigt, ob ein Guthaben tatsächlich an Kaufkraft gewinnt oder verliert.

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Was bedeutet Realzins?

Der Realzins beschreibt die Verzinsung einer Geldanlage nach Berücksichtigung der Inflation. Während der Nominalzins angibt, wie viele Euro an Zinsen gutgeschrieben werden, zeigt der Realzins, wie sich die Kaufkraft des Guthabens tatsächlich entwickelt. Als Faustformel gilt: Realzins ist ungefähr Nominalzins minus Inflationsrate.

Liegt die Inflationsrate über dem Nominalzins, ist der Realzins negativ. Das Guthaben wächst dann zwar in Euro gerechnet, man kann sich davon aber weniger kaufen als zuvor. Umgekehrt bedeutet ein positiver Realzins einen echten Vermögenszuwachs, weil die Verzinsung die Geldentwertung übersteigt.

Für Sparer ist der Realzins die ehrlichere Messgröße als der beworbene Nominalzins. Er erklärt, warum unverzinstes Geld auf dem Girokonto über die Jahre schleichend an Wert verliert und warum sich der Vergleich von Zinsangeboten gerade in Zeiten höherer Inflation lohnt.

Realzins in der Praxis

Nehmen wir ein generisches Beispiel ohne Bezug zu aktuellen Marktzinsen: Ein Sparer legt 10.000 Euro zu einem Beispielzins von 2 Prozent an, die Inflationsrate beträgt im selben Zeitraum beispielhaft 3 Prozent. Nominal wächst das Guthaben auf 10.200 Euro. Das bedeutet in Kaufkraft gerechnet aber nur noch etwa 9.900 Euro von heute. Der Realzins liegt im Beispiel bei rund minus 1 Prozent, der Sparer verliert trotz Zinsgutschrift an Kaufkraft. Als Sparer kann ich diese Rechnung für jedes Angebot überschlagen: Zinssatz minus Inflationsrate genügt als erste Näherung.

Worauf sollte man achten?

Der Realzins lässt sich nicht direkt in einem Vergleichsportal ablesen, weil die künftige Inflation unbekannt ist. Eine Zinsgutschrift wird zudem gern mit Vermögenszuwachs gleichgesetzt; tatsächlich kann das Guthaben real schrumpfen, und im schlimmsten Fall verliert unverzinstes Geld auf dem Girokonto über Jahre stetig an Kaufkraft. Beeinflussen lässt sich aber der Nominalzins: Wer Guthaben auf ein verzinstes Konto umschichtet und Angebote regelmäßig über einen Tagesgeld-Vergleich prüft, verbessert seine reale Bilanz spürbar.

Zusätzlich schmälern Steuern den realen Ertrag: Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags unterliegen der Abgeltungsteuer. Dieses bedeutet, dass der Realzins nach Steuern noch niedriger ausfällt. Für langfristige Planung sollte man daher stets mit Nettowerten und realistischen Inflationsannahmen rechnen.