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Zinseszins

Zinseszins bedeutet, dass gutgeschriebene Zinsen mitverzinst werden und ein Guthaben dadurch mit der Zeit überproportional wächst.

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Was bedeutet Zinseszins?

Der Zinseszins beschreibt einen einfachen, aber wirkungsvollen Mechanismus: Werden Zinsen einem Konto gutgeschrieben und dort belassen, erhöht sich das verzinste Kapital. In der nächsten Periode fallen Zinsen also nicht nur auf die ursprüngliche Einzahlung an, sondern auch auf die bereits erhaltenen Zinsen. Das Guthaben wächst dadurch nicht linear, sondern exponentiell.

Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von drei Faktoren ab: der Höhe des Zinssatzes, der Anlagedauer und dem Intervall der Zinsgutschrift. Je häufiger eine Bank Zinsen gutschreibt, etwa monatlich oder vierteljährlich statt jährlich, desto früher beginnt die Mitverzinsung und desto höher fällt der effektive Jahresertrag aus.

Besonders deutlich wird der Zinseszins bei langen Laufzeiten. Über wenige Monate ist der Unterschied zur einfachen Verzinsung gering, über Jahrzehnte kann er den Großteil des Endvermögens ausmachen. Deshalb gilt der Zinseszins als zentrales Argument für frühes und regelmäßiges Sparen.

Zinseszins in der Praxis

Nehmen wir ein generisches Beispiel zur Veranschaulichung, ohne Bezug zu aktuellen Konditionen: Wer 10.000 Euro zu einem angenommenen Beispielzins von 3 Prozent pro Jahr anlegt, erhält nach dem ersten Jahr 300 Euro Zinsen. Im zweiten Jahr werden bereits 10.300 Euro verzinst, was 309 Euro ergibt. Das bedeutet nach zehn Jahren rund 13.439 Euro auf dem Konto, bei einfacher Verzinsung ohne Zinseszins wären es nur 13.000 Euro.

Der Unterschied von rund 439 Euro entsteht allein dadurch, dass die Zinsen im Beispiel auf dem Konto verbleiben und mitverzinst werden. Mit höherem Zinssatz oder längerer Laufzeit wächst dieser Abstand deutlich. Als Sparer kann ich für diesen Effekt nichts weiter tun, als die Gutschriften schlicht liegen zu lassen.

Worauf sollte man achten?

Der Zinseszinseffekt wirkt nur, wenn Erträge tatsächlich wieder angelegt werden. Wer Zinsgutschriften regelmäßig abhebt oder ausgeben lässt, verschenkt den Effekt. Der Zuwachs wird zudem gern linear gedacht; tatsächlich wächst das Guthaben exponentiell, die großen Sprünge kommen erst in den späten Jahren. Beim Vergleich von Angeboten lohnt ein Blick auf das Gutschriftsintervall und darauf, ob der nominale oder der effektive Zinssatz genannt wird.

Zu bedenken ist außerdem die Steuer: Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags unterliegen der Abgeltungsteuer, was die tatsächlich wiederangelegte Summe verringert. Dieses bedeutet, gemeinsam mit der Inflation, einen real kleineren Wertzuwachs, als die nominale Rechnung vermuten lässt.

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