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Effektiver Jahreszins

Der effektive Jahreszins beziffert die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits in Prozent und ist nach der Preisangabenverordnung Pflichtangabe.

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Was bedeutet Effektiver Jahreszins?

Der effektive Jahreszins drückt aus, was ein Kredit pro Jahr insgesamt kostet. Anders als der reine Sollzins berücksichtigt er neben der Verzinsung des Darlehensbetrags auch weitere preisbestimmende Kosten, etwa die Art der Tilgungsverrechnung und den Auszahlungszeitpunkt. Er wird als Prozentsatz pro Jahr angegeben und nach einer gesetzlich vorgegebenen Formel berechnet.

Rechtsgrundlage ist die Preisangabenverordnung (PAngV). Sie verpflichtet Kreditgeber, bei Verbraucherdarlehen den effektiven Jahreszins auszuweisen, damit Angebote verschiedener Anbieter vergleichbar werden. In der Werbung gehört dazu auch ein repräsentatives Beispiel, dessen Zinssatz dem sogenannten Zwei-Drittel-Zins entsprechen muss.

Nicht enthalten sind allerdings sämtliche denkbaren Nebenkosten. Freiwillige Zusatzprodukte wie eine optionale Restschuldversicherung fließen in der Regel nicht in den Effektivzins ein, wenn sie keine Voraussetzung für die Kreditvergabe sind.

Effektiver Jahreszins in der Praxis

Nehmen wir zwei Ratenkredite über 10.000 Euro mit 48 Monaten Laufzeit. Angebot A nennt einen Sollzins von 4,0 Prozent, Angebot B von 4,2 Prozent. Weist Angebot A jedoch einen effektiven Jahreszins von 4,8 Prozent aus und Angebot B nur 4,4 Prozent, ist Angebot B trotz des höheren Sollzinses insgesamt günstiger. Das bedeutet: Erst der Effektivzins zeigt, wo tatsächlich geringere Nebenkosten anfallen. Als Kreditnehmer weiß ich damit, dass mich die niedrigere Sollzins-Zahl allein nicht zu interessieren braucht.

Für den Vergleich im Kreditvergleich ist deshalb stets der Effektivzins die maßgebliche Größe, nicht der Sollzins.

Worauf sollte man achten?

Der beworbene Schaufensterzins klingt nach einem festen Preis, ist aber häufig nur der Bestwert für Kunden mit sehr guter Bonität. Viele Banken vergeben bonitätsabhängige Zinsen; der persönlich angebotene Effektivzins kann deutlich abweichen, im schlimmsten Fall liegt er mehrere Prozentpunkte über dem beworbenen Wert. Aussagekräftig ist nur ein individuelles Angebot bei identischer Kreditsumme und Laufzeit.

Zudem sollte man prüfen, ob angebotene Zusatzprodukte den effektiven Preis erhöhen, ohne im ausgewiesenen Zins zu erscheinen. Dieses bedeutet konkret: Eine optionale Restschuldversicherung kann den Kredit spürbar verteuern, obwohl der ausgewiesene Effektivzins unverändert bleibt. Grundlagen zu Kreditkosten erläutert der Bereich Finanzwissen.