Banklexikon

Kredit-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe rund um Darlehen

Über 20 Kreditbegriffe kurz erklärt: vom Sollzins über Schufa und Tilgung bis zur Vorfälligkeitsentschädigung – kompakt und verständlich.

Werbung: Verlinkte Vergleiche und Rechner können vergütete Partnerlinks enthalten.

Wer einen Kredit aufnimmt, begegnet vielen Fachbegriffen aus Vertrag, Werbung und Beratungsgespräch. Auf den ersten Blick wirken die Angebote gut vergleichbar – in der Praxis steckt der Unterschied aber oft genau in diesen Begriffen. Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten Ausdrücke rund um Ratenkredit und Baufinanzierung in kurzen, verständlichen Definitionen. Stößt man im Vertrag auf einen unklaren Begriff, sollte man ihn vor der Unterschrift hier kurz nachschlagen.

Zinsen und Kosten

Sollzins
Der Sollzins ist der reine Zinssatz, den die Bank für die Überlassung des Kreditbetrags berechnet. Er wird meist pro Jahr angegeben und enthält keine Nebenkosten des Kredits.
Effektiver Jahreszins
Der effektive Jahreszins gibt die Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr in Prozent an und berücksichtigt neben dem Sollzins auch preisbestimmende Nebenkosten sowie die Verrechnungsweise. Er ist die maßgebliche Größe, um Kreditangebote miteinander zu vergleichen.
Zwei-Drittel-Zins (repräsentatives Beispiel)
Der Zwei-Drittel-Zins ist der effektive Jahreszins, den mindestens zwei Drittel der Kundinnen und Kunden bei einem beworbenen Kredit tatsächlich erhalten. Dieses repräsentative Beispiel müssen Banken in der Werbung angeben, weil bonitätsabhängige Zinsen sonst zu günstig wirken könnten.
Restschuldversicherung
Eine Restschuldversicherung soll die Kreditraten bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichern. Sie ist freiwillig und verteuert den Kredit oft deutlich; auf jeden Fall prüfen sollte man, ob ihre Kosten im effektiven Jahreszins enthalten sind – das ist nicht immer der Fall.

Kreditarten, Bonität und Antrag

Ratenkredit
Ein Ratenkredit ist ein Darlehen mit fester Laufzeit, das in gleichbleibenden monatlichen Raten zurückgezahlt wird. Er wird häufig für Anschaffungen wie Auto, Möbel oder Renovierung genutzt; Angebote lassen sich im Ratenkredit-Vergleich gegenüberstellen.
Rahmenkredit (Abrufkredit)
Beim Rahmenkredit räumt die Bank einen Kreditrahmen ein, aus dem flexibel Geld abgerufen und in frei wählbaren Beträgen zurückgezahlt werden kann. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an, der Zinssatz ist meist variabel.
Bonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit vertragsgemäß zurückgezahlt wird. Banken bewerten sie unter anderem anhand von Einkommen, Ausgaben, bestehenden Verpflichtungen und Auskunftei-Daten; sie beeinflusst Kreditzusage und Zinssatz.
Schufa
Die Schufa ist die bekannteste deutsche Auskunftei. Sie speichert Daten zu Konten, Kreditkarten, Krediten und Zahlungsstörungen und berechnet daraus Score-Werte, die Banken bei der Kreditentscheidung heranziehen.
Konditionsanfrage vs. Kreditanfrage
Eine Konditionsanfrage dient nur der Ermittlung möglicher Konditionen und wirkt sich nicht auf den Schufa-Score aus. Eine Kreditanfrage wird dagegen als konkreter Kreditwunsch gespeichert und kann den Score vorübergehend beeinflussen; seriöse Vergleiche arbeiten daher mit Konditionsanfragen.
Umschuldung
Bei einer Umschuldung wird ein bestehender Kredit durch einen neuen, meist günstigeren Kredit abgelöst. Das kann sich lohnen, wenn das Zinsniveau gesunken ist oder mehrere Kredite zu einem zusammengefasst werden sollen; Details erklärt der Ratgeber zur Umschuldung.

Rückzahlung und Rechte

Annuität
Die Annuität ist die gleichbleibende regelmäßige Rate eines Annuitätendarlehens, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Mit jeder Zahlung sinkt der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil entsprechend steigt.
Tilgung
Die Tilgung ist der Teil der Kreditrate, der die eigentliche Schuld verringert. Je höher der Tilgungsanteil, desto schneller ist der Kredit zurückgezahlt und desto geringer sind die gesamten Zinskosten.
Sondertilgung
Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Rückzahlung zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Ob und in welcher Höhe Sondertilgungen kostenfrei möglich sind, regelt der Kreditvertrag; bei Baufinanzierungen sind sie oft auf einen jährlichen Höchstbetrag begrenzt.
Vorfälligkeitsentschädigung
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist ein Ausgleich für die Bank, wenn ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt wird. Bei Ratenkrediten ist sie gesetzlich gedeckelt auf 1 Prozent der Restschuld, im letzten Jahr der Laufzeit auf 0,5 Prozent; bei Immobiliendarlehen kann sie deutlich höher ausfallen.
Restschuld
Die Restschuld ist der Betrag, der zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Kredit noch offen ist. Bei Baufinanzierungen bezeichnet sie insbesondere den Betrag, der am Ende der Zinsbindung noch nicht getilgt ist und über eine Anschlussfinanzierung weitergeführt wird.
Widerrufsrecht
Verbraucher können einen Kreditvertrag innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss und Erhalt aller Pflichtangaben ohne Angabe von Gründen widerrufen. Der Kreditbetrag ist dann zurückzuzahlen, für die Nutzungsdauer können Zinsen anfallen.

Baufinanzierung

Zinsbindung
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, für den der Sollzins eines Immobiliendarlehens festgeschrieben ist. Nach ihrem Ablauf wird die verbleibende Restschuld zu den dann gültigen Konditionen weiterfinanziert.
Grundschuld
Die Grundschuld ist ein im Grundbuch eingetragenes Pfandrecht an einer Immobilie, mit dem Banken Baufinanzierungen absichern. Zahlt der Kreditnehmer dauerhaft nicht, kann die Bank die Immobilie verwerten – im schlimmsten Fall per Zwangsversteigerung.
Beleihungsauslauf
Der Beleihungsauslauf setzt die Darlehenssumme ins Verhältnis zum Beleihungswert der Immobilie. Je niedriger dieser Wert, also je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto günstiger sind in der Regel die Zinskonditionen.
Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen sichert schon heute den Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung, die erst in einigen Monaten oder Jahren beginnt. Dafür verlangen Banken meist einen Zinsaufschlag; mehr dazu im Ratgeber zum Forward-Darlehen.
Bereitstellungszinsen
Bereitstellungszinsen berechnet die Bank, wenn ein zugesagtes Darlehen nicht oder nur teilweise abgerufen wird, etwa weil sich ein Bauvorhaben verzögert. Sie fallen nach einer vertraglich vereinbarten bereitstellungsfreien Zeit auf den noch nicht ausgezahlten Betrag an.