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Kontokorrentkredit

Der Kontokorrentkredit ist eine eingeräumte Kreditlinie auf dem Geschäftskonto, die kurzfristige Liquiditätslücken flexibel überbrückt.

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Was bedeutet Kontokorrentkredit?

Ein Kontokorrentkredit ist eine von der Bank eingeräumte Kreditlinie auf dem laufenden Geschäftskonto. Bis zum vereinbarten Limit darf das Konto jederzeit überzogen werden, ohne dass ein neuer Kreditantrag nötig ist. Er ist das unternehmerische Gegenstück zum Dispositionskredit auf dem Privatkonto.

Zinsen fallen nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und nur für die Dauer der Nutzung an. Dafür liegt der Zinssatz deutlich über dem klassischer Ratenkredite, denn die Bank hält die Linie ständig bereit und verzichtet auf feste Tilgungspläne. Manche Institute berechnen zusätzlich eine Bereitstellungsprovision auf die ungenutzte Linie.

Gedacht ist der Kontokorrentkredit für kurzfristige Schwankungen, etwa wenn Kundenzahlungen später eingehen als Löhne, Miete und Lieferantenrechnungen fällig werden. Für langfristige Investitionen ist er wegen der hohen Zinsen ungeeignet.

Der Kontokorrentkredit in der Praxis

Nehmen wir einen Großhändler mit einer Kreditlinie von 20.000 Euro. Im März nutzt er davon zehn Tage lang 10.000 Euro, weil eine große Kundenzahlung auf sich warten lässt. Bei einem beispielhaften Zinssatz von 10 Prozent pro Jahr kostet ihn das rund 27 Euro Zinsen, deutlich weniger als Mahngebühren oder ein geplatzter Liefertermin. Das bedeutet aber auch: Dauerhaft ausgeschöpft würde dieselbe Linie etwa 2.000 Euro Zinsen im Jahr kosten. Als Selbstständiger habe ich die Linie daher immer als Überbrückung verstanden, nie als Dauerfinanzierung.

Worauf sollte man achten?

Entscheidend sind der Sollzinssatz, mögliche Kosten für die ungenutzte Linie und die Höhe des Limits im Verhältnis zum Monatsumsatz. Die Linie sollte man vereinbaren, bevor sie gebraucht wird, denn in der Krise verhandelt es sich schlecht.

Die ständig verfügbare Linie wird gern als bequemer Dauerkredit genutzt; tatsächlich finanziert man damit strukturelle Lücken zu Höchstzinsen, und im schlimmsten Fall frisst der Zins über Monate die Marge auf. Dieses bedeutet: Bei dauerhafter Nutzung ist die Umschuldung in einen Kredit für Selbstständige mit festen Raten meist die günstigere Lösung.