Finanz-Wiki
Rebalancing
Rebalancing bedeutet, die ursprünglich gewählte Gewichtung eines Portfolios durch gezieltes Umschichten regelmäßig wiederherzustellen.
Werbung: Verlinkte Vergleiche können vergütete Partnerlinks enthalten. Keine Anlageberatung.
Was bedeutet Rebalancing?
Wer ein Portfolio aufbaut, legt meist eine Zielgewichtung fest, etwa einen bestimmten Anteil Aktien und einen Anteil sicherer verzinster Anlagen. Da sich die Anlageklassen unterschiedlich entwickeln, verschieben sich diese Gewichte im Zeitverlauf von selbst. Rebalancing bezeichnet das Zurückführen des Portfolios auf die ursprüngliche Aufteilung.
Dazu werden Positionen, die über ihr Zielgewicht hinausgewachsen sind, teilweise verkauft und untergewichtete Positionen aufgestockt. Alternativ lässt sich die Gewichtung auch mit frischem Geld korrigieren, indem neue Sparraten gezielt in die untergewichteten Anlagen fließen.
Der Zweck ist Risikokontrolle: Ohne Rebalancing kann ein Portfolio nach starken Aktienjahren deutlich riskanter werden, als es der eigenen Risikotoleranz entspricht. Üblich sind feste Termine, etwa einmal jährlich, oder Schwellenwerte, ab denen umgeschichtet wird.
Rebalancing in der Praxis
Ein Beispiel: Eine Anlegerin startet mit 70 Prozent Aktien-ETF und 30 Prozent Anleihen-ETF. Nach zwei guten Börsenjahren liegt die Aufteilung bei 80 zu 20. Beim jährlichen Rebalancing verkauft sie einen Teil der Aktienanteile und kauft Anleihenanteile nach, bis wieder 70 zu 30 erreicht sind. Ihr Portfolio entspricht damit erneut dem Risikoprofil, das sie ursprünglich gewählt hatte, ohne dass sie dafür ihre grundsätzliche Anlagestrategie ändern muss. Dieses bedeutet auch: Sie verkauft nicht aus Angst und kauft nicht aus Euphorie, sondern folgt einer vorher festgelegten Regel.
Worauf sollte man achten?
Rebalancing klingt nach einer Strategie für mehr Rendite – in erster Linie ist es aber Risikokontrolle. Umschichtungen verursachen Ordergebühren, und realisierte Gewinne können Steuern auslösen; zu häufiges Nachjustieren treibt daher unnötig die Kosten, gängig sind jährliche Intervalle oder Toleranzbänder. Wo möglich, sollte man über neue Sparraten nachsteuern, das ist die günstigere Variante. Verluste verhindert Rebalancing nicht: Auch ein regelmäßig ausbalanciertes Portfolio verliert an Wert, wenn die Märkte insgesamt fallen; im schlimmsten Fall trifft ein Abschwung ohne Rebalancing aber ein Depot, das unbemerkt viel aktienlastiger und damit riskanter geworden ist als geplant. Als Anleger kann ich mir dafür einen festen Termin setzen, etwa einmal im Jahr. Grundlagen zur Portfolioaufteilung bietet die Rubrik Investieren.