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Prolongation

Prolongation bezeichnet die automatische Verlängerung einer Festgeldanlage nach Laufzeitende, meist zu den dann gültigen Konditionen der Bank.

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Was bedeutet Prolongation?

Prolongation stammt vom lateinischen Wort für Verlängerung und meint im Sparkontext die automatische Wiederanlage eines Festgelds nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit. Viele Banken sehen in ihren Bedingungen vor, dass ein Festgeld ohne rechtzeitige Weisung des Kunden erneut angelegt wird, häufig für dieselbe Laufzeit, jedoch zum dann aktuellen Zinssatz des Instituts.

Der neue Zinssatz kann deutlich vom ursprünglichen abweichen. Wer bei Abschluss von einem attraktiven Angebot profitiert hat, erhält bei der Prolongation unter Umständen nur noch die reguläre, oft niedrigere Kondition. Manche Banken legen bei fehlender Weisung das Guthaben stattdessen auf ein Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto, die Regelungen unterscheiden sich je nach Institut.

Entscheidend ist die sogenannte Kündigungs- oder Weisungsfrist: Bis zu diesem Stichtag vor Laufzeitende muss der Kunde mitteilen, ob das Geld ausgezahlt, umgeschichtet oder erneut angelegt werden soll.

Prolongation in der Praxis

Nehmen wir ein generisches Beispiel ohne Bezug zu aktuellen Konditionen: Ein Sparer legt 20.000 Euro für zwölf Monate zu einem Beispielzins von 3 Prozent an und erhält 600 Euro Zinsen. Er versäumt die Weisungsfrist, das Festgeld verlängert sich automatisch um weitere zwölf Monate, nun zum regulären Beispielsatz von 1,5 Prozent. Das bedeutet: Statt möglicher 600 Euro bei einem gleichwertigen Neuangebot einer anderen Bank bringt das zweite Jahr nur 300 Euro, und das Geld ist erneut fest gebunden. Als Sparer kann ich das mit einem einzigen Kalendereintrag vor Fristablauf verhindern.

Worauf sollte man achten?

Beim Abschluss eines Festgelds sollte man klären, was am Laufzeitende ohne Weisung geschieht und wie lang die Frist für eine Mitteilung ist. Die automatische Verlängerung wird gern als Fortsetzung des alten Angebots verstanden; tatsächlich gilt dann meist der reguläre Bestandszins, und im schlimmsten Fall ist das Geld ein weiteres Jahr zu einem deutlich schlechteren Satz gebunden. Ein Kalendereintrag einige Wochen vor Fälligkeit schützt vor ungewollter Verlängerung.

Rechtzeitig vor dem Stichtag lohnt ein Blick in den Festgeld-Vergleich, um das aktuelle Angebot der eigenen Bank mit dem Markt zu vergleichen. Wer flexibel bleiben will, lässt das Guthaben auf das Referenzkonto auszahlen und entscheidet dann in Ruhe über die Wiederanlage, etwa auch gestaffelt über eine Zinstreppe. Dieses ist die bequemste Art, sich alle Optionen offenzuhalten.